CEO · Faber-Castell
„Geschwindigkeit ist die neue Währung.“
Zum LinkedIn-Beitrag dieser FolgeEine Woche vor dem ersten Lockdown übernahm Stefan Leitz im März 2020 den Vorstandsvorsitz von Faber-Castell. Die Übergabe fand in zwei Videocalls von je 45 Minuten statt, im ersten Jahr brach der Umsatz um 20 Prozent ein. Doch die Krise hat auch Dinge beschleunigt, die vorher liegen geblieben waren: „Im Sturm siehst du, wer wettertauglich ist."
Im Gespräch mit Bastian Lopez Estrada erzählt er, wie Faber-Castell Menschen als „Companion for Life" ein Leben lang begleiten will – vom Kleinkind-Stift bis zum Graf von Faber-Castell für rund 800 Euro – und wie gezielt Lücken im Vorschul- und im Teenager-Segment geschlossen wurden. Es geht um die Strategie „One Faber-Castell", den Abbau von Silos zwischen bislang eigenständig arbeitenden Landesgesellschaften und das Motto „It's more than a pencil."
Und es geht um den Spagat zwischen analog und digital, um Handschrift als drittes individuelles Merkmal neben Fingerabdruck und DNA – und ganz offen um den Wirtschaftsstandort Deutschland unter dem Druck von Tempo, chinesischer Konkurrenz und Kostenstrukturen. Sein Fazit: „Die Einstellung treibt dein Verhalten."
„Geschwindigkeit ist die neue Währung.“
— Stefan Leitz
Stefan Leitz startete im März 2020 als Vorstandsvorsitzender von Faber-Castell – eine Woche vor dem ersten Lockdown. Die Übergabe fand in zwei Videocalls von je 45 Minuten statt, im ersten Jahr brach der Umsatz um 20 Prozent ein. Die Krise hat aber auch Veränderungen beschleunigt, die im gewachsenen Familienunternehmen sonst länger gedauert hätten.
Faber-Castell will Menschen ein Leben lang begleiten, vom ersten Stift im Kleinkindalter bis zum Graf von Faber-Castell für rund 800 Euro. Lücken im Vorschul- und im Teenager-Segment wurden gezielt geschlossen, Letztere mit der Black Edition.
Statt eigenständig nebeneinander arbeitender Länder gibt es heute ein gemeinsames Ziel für alle, die Silos werden abgebaut. Das Motto dahinter: „It's more than a pencil."
Die Handschrift ist neben Fingerabdruck und DNA das Dritte, was wirklich individuell ist. Digital Detox, Mandalas und Bullet Journaling sind Gegentrends, und Skandinavien holt die iPads wieder aus den Grundschulen.
Tempo, die gestiegene Qualität chinesischer Wettbewerber und die Kostenstrukturen setzen den Standort Deutschland unter Druck. Statt zu jammern, konzentriert sich Stefan Leitz auf das, was man selbst beeinflussen kann. „Die Einstellung treibt dein Verhalten."
Stefan Leitz ist seit März 2020 Vorstandsvorsitzender der Faber-Castell AG. Das Unternehmen besteht seit 265 Jahren, ist in neunter Generation in Familienbesitz und hat rund 6.000 Mitarbeitende. Stefan wurde in Frankfurt geboren und war in den 1990er-Jahren elf Jahre bei Procter & Gamble.
Danach hatte er Führungspositionen bei Wella, Gillette und Unilever, bevor er als CEO zu Carl Kühne wechselte. Dort hat er unter anderem die Marke „Made for Meat" eingeführt. Bei Faber-Castell hat er das Unternehmen durch Pandemie, Ukraine-Krieg, Inflation und US-Zölle geführt und die Strategie „One Faber-Castell" eingeführt.
Er lebt in Hamburg und pendelt jede Woche nach Stein bei Nürnberg.